Freitag, 6. August 2010

„Die KiK-Story“


Kaufen Sie gerne bei Discountern? Beispielsweise auch bei KiK, dem Discounter für Textilien?

Vielleicht haben Sie es bereits meinen Artikel zu Kik (auf meinem alten) Blog gelesen, in dem die gängigen Geschäftspraktiken aus dem Jahre 2008 beschrieben wurden. Wie bspw. Mitarbeiter in den Kik-Filialen körperlich, seelisch und auch in Bezug auf Leistung auspresst wie eine Zitrone (vgl. hierzu: http://www.free-blog.in/Reigi/72350/Billig+um+jeden+Preis.html).

Nachdem "die Welt" bereits 2008 die niedrigen Löhne (5,20 €/Stunde) angeprangert hat, wurde das Unternehmen vom Amtsgericht in Dortmund zur Anhebung des Lohnes verurteilt [1]. Doch die Vorwürfe gegen den Textildiscounter gehen weiter. So wird hinter vorgehaltener Hand aber zwischenzeitlich auch in den Medien von regelrechter Spionage berichtet, bei denen die Vermögensverhältnisse von Mitarbeiter regelrecht durchleuchtet sein sollten. Die Grundrechte wie bspw. der Datenschutz scheinen in der Unternehmensphilosophie nicht vorhanden zu sein [2]

Auch die Gewerkschaft Ver.di zeigte bereits im Oktober 2009 auf, wie schlecht Kik nicht nur mit den Mitarbeitern innerhalb der BRD umgeht, sondern auch mit den Mitarbeitern, den Näherinnen, in Bangladesch. Unbezahlte Überstunden, Misstrauen durch unangekündigte Kontrollen, sittenwidrige Löhne etc. sind nur einige Kritikpunkte am Unternehmen. [3] Doch hat Kik aus all' den Klagen etwas gelernt? Möchte Kik überhaupt etwas daraus lernen oder verfolgen sie weiter die bisherige Geschäftspolitik?

Der NDR hat nun in einer Reportage nachgeforscht, wie die tatsächliche Lage im Unternehmen aussieht und ob Kik die in der Vergangenheit ausgesprochene Kritik sich zu Herzen genommen hat. Doch sehen Sie selbst:




Ein Beitrag, bei dem einem die Worte im Halse stecken bleiben.

Kik, ein Unternehmen, welches mit "sozialer Verantwortung" wirbt, sich ethisch und moralisch jenseits der Grenzen des guten Geschmacks bewegt. Pseudo-Prominente, denen das Schicksal der Näherinnen aus der 3. Welt gleichgültig ist und die die Wahrheit nicht hören wollen. Stattdessen ist die Welt im Glamour des Luxus wichtiger als die eigene persönliche Verantwortung die man als prominente Werbefigur an den Tag legt. Die Wirklichkeit zu hinterfragen? Wieso auch? Man hat ja versichert, dass alles in Ordnung ist. Wie naiv muss man heute sein, wenn man glaubt, dass solche Billigpreise nicht durch Ausbeutung von Menschen zu erreichen sind?

Und was können wir als Verbraucher tun?

Wenngleich es sich für einige jetzt seltsam anhören mag. Aber sparen und nachhaltige Qualität in Fachgeschäften statt in Discountern zu kaufen führt nicht nur zu besseren Arbeitsbedingungen, sondern auch zu besseren Löhnen und u.U. auch zu Arbeitsplätzen in Europa.

Denn billig um jeden Preis, schadet der eigenen Wirtschaft, den eigenen Unternehmen und somit dem eigenen Arbeitsplatz ebenso, wie den Damen aus Bangladesch, die fast nicht von diesem kargen Lohn überleben können!

Es liegt an Ihnen ob Sie solche Geschäftspraktiken durch Einkäufe bei solchen Discountern weiter akzeptieren und fördern wollen oder ob Sie Produkte erwerben möchten, die nachhaltig (i.S. von ökologisch, ökonomisch aber auch und vor allem, human) produziert wurden. Sie entscheiden mit Ihrem Geldbeutel ob jemand leben darf oder sterben muss!

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Quellen:
[1] vgl. http://www.stern.de/wirtschaft/news/gerichtsurteil-kik-lohn-ist-sittenwidrig-622065.html
[2] vgl. http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/personalfuehrung-beim-textildiscounter-kik-erst-ausspioniert-dann-rausgeworfen-1.978482,
vgl. http://www.zeit.de/wirtschaft/unternehmen/2010-07/kik-mitarbeiter-spionage
[3] vgl. http://einzelhandel.verdi.de/unternehmen/kik