Montag, 26. Juli 2010

Karate Kid - 2010

Wenige der vielen Kampfkunst-Filme der 80er Jahre prägten eine ganze Generation von Kampfkünstlern so sehr, wie die Karate-Kid-Triologie um den Jugendlichen Daniel Larusso und dem Hausmeister Kensuke Miyagi. Ein Junge, der gezwungenermaßen mit seiner Mutter in eine neue Stadt zieht und ehe er sich versieht, sich gegen Mitschüler wehren muss. Sprüche wie: "Auftragen – polieren" oder "streichen Zaun" hört man heute hier und da, heute noch.

Ein Film aus der Jugend sollte neu auferlegt werden? Wie häufig hat man ähnliches mit anderen Filmen versucht und ist kläglich gescheitert. Nun, im Jahr 2010 sollte es einen neuen Karate-Kid geben? Keine Frage, die Skepsis war groß, denn die Befürchtung einen neuerlichen Abklatsch einer guten Story und gleichzeitig die eigene Kampfkunst verstümmelt zu sehen, schmerzte viele in den diversen Foren, die eifrig über den Film diskutierten, noch bevor etwas über die Handlung oder etwas anderes bekannt war.

Handlung:
Die Neuauflage des Karate-Kids orientiert sich in der Tat am alten Handlungsrahmen des ursprünglichen Films aus Karate Kid. Der junge Dre Parker zieht mit seiner Mutter aus beruflichen Gründen von Chicago nach China. Nur schwierig gewöhnt er sich an die neue Kultur und die fremde Sprache. In einer jungen Chinesin findet er die erste Freundschaft auf ungewohntem Terrain. Einem Terrain auf dem er ebenfalls auf eine ihm nicht wohlgesonnene Gruppe Jugendlicher trifft, die ihm das Leben bei regelmäßigen Prügeleien schwer macht. Mit Hilfe von Karate-Lehrvideos versucht sich Dre die Grundtechniken des Kampfes anzueignen, worin er jedoch nicht wirklich erfolgreich ist, wie die darauf folgende Prügelei zeigt.

Die weitere Handlung orientiert sich an das Original, bei dem Dre während einer wüsten Prügelei durch den Hausmeister Han gerettet wird und später versucht, Dre die Prügel der jugendliche Bande zu verhindern, indem er mit Parker zu deren Kampfkunst-Lehrer geht. Der Besuch des dortigen "Dôjô" endet mit der aus Karate-Kid (1984) bekannten Vereinbarung, den Streit auf dem bald stattfindenden Turnier auszutragen, weshalb Han den Jungen unter seine Kung-Fu-Fittiche nimmt.

Insgesamt war die Handlung für eingefleischte Karate-Kid-Fans nicht wirklich etwas Neues. Dennoch kopierte man die ursprünglichen Klassiker nicht blind, sondern überlegte sorgfältig, wie man die Geschichte für China verpacken könnte.

Schauspielerische Leistung:
Wenngleich ich kein Filmkritiker bin, so überzeugt Jackie Chan in diesem Film mit seiner schauspielerischen Leistung, die hier eindeutig im Vordergrund steht. Aus diesem Grund werden eingefleischte Jackie-Fans sicherlich enttäuscht sein, wenig von seinem kämpferischen Können zu dürfen. Auch Jaden Smith zeigt eine beachtliche Schauspielleistung, die man ihm so im Vorfeld nicht zugetraut hätte, las man doch, dass er die Filmrolle den Beziehungen seines Vaters zu verdanken habe.

Kampfszenen:
Erstaunlich ist, dass viele Kampfszenen für Jugendliche äußerst brutal gezeigt werden. Durch die vielen Schnitte und verwaschenen Bewegungen sind die Szenen nicht schön anzusehen und sind nicht wirklich ein Genuss.

Fazit:
Ein Vergleich zwischen dem Original und dem Remake zu ziehen ist nur bedingt möglich. Nicht nur, dass sich in 24 Jahren Filmgeschichte nicht nur technisch etwas getan hat, sondern sich die schauspielerische Qualität gerade in Kampfkunstfilmen deutlich verbessert hat.

Dennoch ein Klassiker bleibt ein Klassiker. Das Remake braucht sich dennoch nicht zu verstecken, gehört aber nicht unbedingt in die Kategorie eines Filmes, den man auf keinen Fall verpasst haben darf.